Covid / Corona – Seite für laufende Mitteilungen

1. Mai
Daß die Regierungen im eigenen Interesse guten Grund haben, zu zögern, dem Drängen nach Aufhebungen der Kontaktbeschränkungen nachzugeben, zeigt die Entwicklung auf der „Theodore Roosevelt“, deren Besatzung bislang gern für die Verharmlosung der Epidemie hergenommen wurde:
Navy says more than 1,150 Roosevelt sailors have tested positive for virus; probe is launched into outbreak

Das ist ein Viertel der Besatzung. Keine Ahnung, welches Durchschnittsalter, aber höher, als 26 kann es nicht liegen, oder?

After more than a month of isolating sailors, sanitizing the ship and testing every crew member, there are 1,102 active cases of coronavirus among Roosevelt sailors, three of whom are hospitalized at U.S. Naval Hospital Guam, the Navy said. An additional 53 sailors have recovered and one has died.

Die Zahl der für gesundet Erklärten läßt vermuten, daß die Anzahl der über die Zeit Hospitalisierten klein geblieben ist, aber wie wir wissen, kann es auch unter den nicht-Hospitalisierten Fälle gegeben haben, die Dauerschäden erlitten.

30.April
Es gäbe eine Menge mitzuteilen, für den Moment muß ich passen. einige Hinweise hier:
https://tgsrevue.home.blog/2020/04/27/covid-19-1/#comment-194

Eines noch: Zumindest rhetorisch rückt ein Putsch gegen Trump stündlich näher.
Atlantic,

The fight to overcome the pandemic must also be a fight to recover the health of our country, and build it anew, or the hardship and grief we’re now enduring will never be redeemed. Under our current leadership, nothing will change. If 9/11 and 2008 wore out trust in the old political establishment, 2020 should kill off the idea that anti-politics is our salvation. But putting an end to this regime, so necessary and deserved, is only the beginning. … We can learn from these dreadful days that stupidity and injustice are lethal; that, in a democracy, being a citizen is essential work; that the alternative to solidarity is death.

Das ist für eine Lage geschrieben, in der Trump bereits „weg“ ist, die Kommandolinie unklar und Nationalgardisten und Infanteristen mit der Waffe im Anschlag bereit stehen, über denen die Helis unentwegt kreisen.

29.April

Möglicher Putsch gegen Trump

Das gehörte auf eine gesonderte Seite über den politischen Umgang mit den ökonomischen Verwerfungen im Gefolge der Pandemie, aber für die lasse ich mir noch einige Tage Zeit. Über Vorzeichen eines Putsches habe ich hier und da schon geschrieben.

Eine Online-Studie des Economic Policy Institute, über die Reuters berichtete, läßt keinen Zweifel, daß es binnen Wochen in den USA eine Hungerepidemie geben wird, umso mehr, als zahlreiche Massentierhalter ihre schlachtreifen Tiere nicht liefern können, begonnen haben, den Nachwuchs zu keulen, und die Lagerkapazitäten für Fleisch aus Not- und Zwischenschlachtungen zumindest örtlich erschöpft sind. (s.a.: https://www.webmd.com/lung/news/20200428/covid-nearly-50-in-some-us-states-going-hungry?#1)

Der Sprecher der demokratischen Fraktion im Senat, Charles Schumer, hat für kommende Woche Hearings zum „Totalversagen“ der Administration bei der Umsetzung der vom Kongress verabschiedeten Sofortmaßnahmen gegen die wirtschaftlichen Epidemiefolgen angekündigt.

“The executive branch has failed miserably implementing almost all the things Congress has passed,” he said. “I’ve never seen an administration so bad at enacting the laws that Congress has put together.”

Tatsächlich scheitern eine ganze Reihe von Umsetzungen auf Staats-, nicht Unionsebene, wie dem Reuters-Artikel zu entnehmen.
Press TV zitiert den ausgesprochenen Trump-Gefolgsmann und kürzlichen Kongress-Kandidaten aus Florida, Ford O’Connell mit der Befürchtung:

„Trump isn’t really running against [Joe] Biden, he is running against the virus. That is why he[’s] … desperate to get the economy open as safely and as quickly as possible.“

Dafür ist es zu spät. Somit wächst die Wahrscheinlichkeit, daß eine Kaltstellung / Beseitigung Trumps noch vor den Wahlen lagerübergreifende Akzeptanz insbesondere in den Streitkräften finden kann.

Impfstoffentwicklung

Der beste, auch für Laien erschließliche Überblick, den ich fand, ist von Derek Lowe.
Für den eiligen Leser:
Die fortgeschrittensten Kandidaten sind

  1. Das chinesische Ad5-nCov, das einen Adenovirus-Vector benutzt, um für entschärfte Virus-RNA codierende DNA in Empfängerzellen einbauen. Das ist ein Ansatz, der schon längere Zeit in der Impfstoffentwicklung für HIV, Influenza, Ebola, Tuberkulose und Malaria verfolgt wurde aber noch keinen zugelassenen Impfstoff erbracht hat.
  2. Das amerikanische mRNA1273 basiert auf einer ganz neuen Technologie. Der Vector der S-Spike codierende mRNA in die Empfängerzellen bringen soll, um eine Antikörperbildung gegen das Produkt zu erzwingen, ist ein Nanopartikel.
  3. Eine Kooperative von BioNTech und Pfizer verfolgt ebenfalls das mRNA-Konzept und hat gleich vier Varianten in der Pipeline, mit verschiedenen Methoden der Transfektion und Anregung der Antikörper-Produktion. Klinische Phase I/II – Tests sind kürzlich für Deutschland erlaubt worden. Der Hersteller rühmt sich, voraussichtlich schon im Herbst ein für Notfallbehandlungen einsetzbares Produkt liefern zu können.

Da alle drei Ansätze Technologien einsetzen, die noch keinen einsetzbaren Impfstoff erbracht haben, wäre es ein Glücksfall, wenn sie binnen eines Jahres zur Herstellung eines Massenprodukts führten.


28.April

Covid-19 sollte „SARS induzierte Endotheliitis“ heißen, regt eine Reihe von Ärzten und Forschern an

Nach zahlreichen Leichenöffnungen darf die klinische Diagnose „(systemische) Endotheliitis“ für Covid-19 als gesichert gelten. Fraglich bleibt lediglich, ob die systemische Erscheinungsform, die in der Pathologie auffällig wird, die Spätwirkung eines Verlaufes ist, in dem das Immunsystem den Kampf gegen den Erreger verliert, oder die eigentümliche Wirkung des Pathogens auf den menschlichen Körper, die in neuartigen Pneumonien, die man bei der Mehrzahl der schweren Verläufe findet, lediglich eine prominente Erscheinungsform hat.

Einen Hinweis auf Letzteres veröffentlichten Ye Qing, Jian Wenyang und Li Raoyao bei Science and Technology Daily am 22. 4.: COVID-19 Patients with Gastrointestinal Symptoms Are More Likely to Develop into Severe CasesSie werteten die Krankengeschichten von 232 hospitalisisierten Patienten aus und fanden neben dem titelgebenden Zusammentreffen eine weitaus größere Häufung gastrointestinaler Symptome, einschließlich blutiger Stühle, als bislang berichtet. Damit sollte auch einem Übertragungsweg über Fäkalien und deren Ausdünstungen, der für SARS-CoV1 bekannt und gut untersucht ist, mehr Aufmerksamkeit zukommen. Der Hauptpunkt ist jedoch, daß die Magen/Darm-Symptomatik den schweren Pneumonien oft voraus geht, sodaß die Lungeninfektion sekundär erscheint.

Einen weiteren Hinweis veröffentlichte gestern Judith Graham auf „Medscape„, Seniors With COVID-19 Show Unusual Symptoms, Doctors Say. Vielfach sind bei Patienten höheren Alters neurologische Symptome lange Zeit vor Beginn klassischer Verläufe aufgefallen. Einige erlitten Herzinfarkte / Herzversagen, bevor sich die üblichen Symptome einstellten. Dies dürfte mit dem Auftreten zahlreicher kleiner und kleinster Blutgerinsel zusammenhängen, die bei einer Endotheliitis aufzutreten pflegen.

Darüber gibt es einen ausführlichen Artikel von Brenda Goodman, Blood Clots Are Another Dangerous COVID-19 Mystery, die über Befunde und Erfahrungen New Yorker und Bostoner Ärzte und Pathologen berichtet.

Images captured with an electron microscope found traces of the coronavirus in endothelial cells in the heart, kidney, small bowel, and lung — pretty much all over the body. Researchers collected the tissues during autopsies of three patients who died of COVID-19.

Die zitierten Forscher bleiben bislang bei der Hypothese, daß die Infektion der Lunge der Eintrittsweg ins Endothel sei:

Mandeep Mehra … says the findings suggest that the virus can directly infect the endothelium. He says that while COVID-19 can certainly cause breathing problems, he doesn’t think it’s just a lung disease.
“This is actually a disease of the endothelium,” he says.
Mehra says the infection starts in the lungs because breathing is the easiest way for the virus to enter the body. Once it infects the lung cells and begins to destroy them, it travels into the bloodstream. There, it infects endothelial cells, causing endotheliitis.
Mehra thinks this endotheliitis comes from not only the direct infection of the blood vessel cells, but also from the haywire cytokine storm that the body launches to fight it off. “We’ve shown evidence of both.”

Doch Goodmans‘ ärztlicher Hauptzeuge sieht die Befunde anders: “The virus is acting as if its primary target is the endothelium” 

Damit schließt er sich Züricher Ärzten und Forschern an, die bereits am 20.4. eine Studie mit dem Titel Endothelial cell infection and endotheliitis in COVID-19 veröffentlicht haben. Aus einer Besprechung bei „mimikama.at„:

Ein interdisziplinäres Team des Universitätsspitals Zürich zeigte nun, dass SARS-CoV-2 direkt Entzündungen in den Gefässen auslöst und so zu Organversagen bis zum Tod führen kann. … Ärztinnen und Ärzte stellten fest, dass zunehmend Patientinnen und Patienten auch Herzkreislaufprobleme oder Multiorganversagen zeigten. Ob und welchen Zusammenhang es dabei mit der Lungenentzündung gab, war aber nicht klar. Die Forscherinnen und Forscher schlossen [aus pathologischen Befunden], dass das Virus nicht wie bisher vermutet über die Lunge, sondern über die im Endothel vorkommenden ACE2-Rezeptoren die körpereigene Verteidigung direkt angreift, sich darüber verteilt und zu einer generalisierten Entzündung im Endothel führt, die dessen Schutzfunktion zum Erliegen bringt … Es entstehen schwere Mikrozirkulationsstörungen, die das Herz schädigen, Lungenembolien und Gefässverschlüsse im Hirn und im Darmtrakt auslösen [können]. 

Ein Zusammenspiel von initialer Endotheliitis und überschießender Immunantwort könnte die Ursache schwerer Covid-Erkrankungen von Kindern sein, die in letzter Zeit vermehrt aufgefallen sind. Sie veranlaßten die britische NHS gestern, vor der beabsichtigten Wiederaufnahme des Schulunterrichtes, zu einer eiligen Warnung, : UK health service warns of deadly coronavirus-linked illness affecting children. 

Summe: Covid-19 bleibt eine noch weitgehend unbekannte Erkrankung, deren Begleiterscheinungen und Folgen, auch für jüngere und scheinbar symptomlose Patienten, schwerwiegender sein könnten, als bislang bekannt. Besonders dem gastrointestinalen Infektionsweg, sowie den Auswirkungen unterschiedlichen Infektionsdruckes, gebührt erheblich mehr Aufmerksamkeit, als sie bis jetzt erhalten haben.


Mitteilungen über Kofaktoren bei der Infektion und Komplikationen einer Impfstoffentwicklung, Kleinebeckel, TP

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