Was ist Israels regionalpolitisches Konzept? „Iraner töten“, sagt der zuständige Minister

(Bild: MEI / PMOI website, „Another Iranian officer killed in Syria“)

Der Minister heißt Tzachi Hanegbi, Ressort „Regionale Kooperation“.
Der Telepolis-Artikel zum Vorgang ist größtenteils aus Haaretz übersetzt. Rötzer hat allerdings eine der zwei echten, Nachrichtenwert habenden Mitteilungen ausgelassen.

Zitiert hat er Hanegbis Versicherung, die zionistische killing spree (das ist kein „Amoklauf“, sondern töten um des Tötens willen) sei eine wohlbedachte, koordinierte Kampagne:

Israel habe Iraner „hunderte Male in Syrien angegriffen, manchmal wird das zugegeben und manchmal decken dies ausländische Berichte auf„. Manchmal werde dies auch von israelischen Militärs gesagt. „All das ist koordinierte Politik.“

Eine „Politik“ hat Zwecke und Ziele, also doch nicht töten um des Tötens willen? Doch. Hanegbis erste Auskunft dazu:

„Wir sehen noch nicht, dass die Iraner ihre Absicht aufgeben, sich militärisch in Syrien zu etablieren. Diese Kampagne ist noch nicht vorbei. Aber sie wissen genau, mit wem sie herummachen oder ärgern können. Mit uns nicht.“

Hanegbi entblödete sich um die Erfindung einer Bedrohung Israels:

[Er] erklärte, die Iraner würden auf Angriffe nur „sehr begrenzt“ reagieren: „Nicht weil sie die Möglichkeiten nicht hätten, sondern weil sie wissen, dass es Israel ernst meint.“ [Original: „means business“]

Herummachen und ärgern„. Die Killerei soll eine Antwort auf das Ärgernis räudiger Hunde in der Nachbarschaft sein, doch hie wie dort ist es keine Abhilfe, es kommen stets neue nach. Deshalb enthält erst eine zusätzliche Botschaft des Haaretz-Artikels die vollständige Nachricht:

Iraq is seen as a potential arena for any violent regional confrontation between the [the US and Iran] because of the presence of Iran-backed Shi’ite Muslim paramilitary groups operating in close proximity to bases hosting U.S. forces. … Washington is pressing Iraq’s government to rein in Iran-backed paramilitary groups which it says pose a threat to U.S. interests in Iraq.

Der letzte Satz dient zur Illustration eines „vorsichtigen Vorgehens“ der Amerikaner im Irankrieg. So motiviert Haaretz – in Verdeutlichung der Worte Hanegbis – die Killerei mit dem zionistischen Wunsch und Ziel, einen neuen Irakkrieg anzufachen, und winkt hinreichend deutlich mit False-Flag-Attacken auf amerikanische Ziele, um Washingtoner Kollegen zu präemtivem Zuschlagen gegen Ziele im Irak zu ermutigen.
Die rd. 100 Millionen Kriegsopfer allein im Nahen Osten seit dem 2. Golfkrieg sind den regierenden Zionisten nicht genug, weshalb meine Überschrift zu korrigieren ist: „Araber töten“ ist Israels regionalpolitisches Konzept.

Aber wieso zieht die jüdische Militäraristokratie die Sache derart an, und warum derart öffentlich und ostentativ, nachdem doch klar wurde, daß Trump zumindest vor den Wahlen im nächsten Jahr einen Krieg zu verhindern wissen wird 1?

Die Antwort hat einen Namen: Jo Biden.
Biden war ein Aktivist des Jugoslavienkrieges und Strippenzieher der erstmals in Bosnien erprobten „Ressurrection“ – Strategie (Hersh), des Einsatzes islamistischer Söldner zur Aufschaukelung von Fronten, an denen die USA nach dem Willen eines zwar zionistisch geprägten, aber nicht zionistisch dominierten militärpolitischen Rackets (siehe „Wag the Dog“, weiter unten) aus Internationalisten, Hegemonialmacht zu beweisen hätten.
Wie? Richtig: Töten um des Tötens willen.

(„Highway of Death“, Irak 1991)

Biden assistierte Cheney und Rumsfeld bei der Kampagne für den 2. Irakkrieg. Als immer mehr Zinksärge einliefen, plädierte er für die Zerschlagung des Irak in drei Teile, ein Ziel, das radikale Zionisten seit Mitte der 80er, dem Höhepunkt des seitens der USA gestifteten und unterhaltenen 1. Golfkrieges verfolgt und propagiert haben (Teil des noch wesentlich anspruchsvolleren „Yinon-Plan“ zur Entstaatlichung des Mittleren Ostens – mit Ausnahme Ägyptens und Israels).
Biden, darauf fehlt in der Wiki jeder Hinweis, war der prominenteste Anstifter des Georgienkrieges 2008. Dabei mag es aus seiner Sicht v.a. darum gegangen sein, „Putin“ dafür zu strafen, Georgien davon abgeschreckt zu haben, eine israelische Landebasis für einen Nuklearkrieg gegen den Iran zu dulden.
Biden steuerte zusammen mit Nuland und Sikorski den Putsch in der Ukraine nebst der anschließenden killing spree gegen „Russen“, die mehr als 10 Tausend europäische Halbaffen das Leben kostete, darunter das 200 x 70kg holländische Gefrierfleisch aus dem Flug MH17.
Kurzum: Neben Jo Biden ist John Bolton ein Komödiant.

So ist Israels killing spree neben kurzfristigen Anliegen, die es auch noch haben mag, Bestandteil einer seit 1967 bewährten, wenn auch nur bedingt erfolgreichen, „Wag The Dog“ – Strategie: Die Imperiumsführung unter dem Schutz der „jüdischen“ Immunität zu Maßnahmen bewegen, mit denen sie im eigenen Hegemonialinteresse militärischen Initiativen der regierenden Zionisten vorgreift.


  1. Ohne nukleare Option wird niemand die Sache eskalieren 
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