NATO verlangt mehr kurdisches Menschenfleisch

Das Bild zeigt die türkische Stadt Şırnak im kurdischen Siedlungsgebiet. Sie wurde 2015 /16, im Gefolge des Staatsstreiches, den Erdogan mit Unterstützung und Hilfe der amerikanischen NATO-Truppen durchführte, mittels Artilleriebeschuß und Luftangriffen zerstört. Weitere Bilder, mit denen die deutschsprachige Presse seinerzeit nicht sparte, zeigen noch deutlicher, welches Exempel die NATO im Gewand der islamofaschistischen Führerherrschaft Erdogans gegenüber der kurdischen Bevölkerung, vor allem aber gegenüber den Herren in Washington, Berlin und Paris statuieren wollten.

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Kaum weniger barbarisch, wenngleich nicht so flächendeckend, wütete die Soldateska der NATO in Amed, Nusaybin, Diyarbakır.

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Eineinhalb Jahre zuvor war die von kurdischen Selbstverteidigungsmilizen jahrelang erfolgreich gegen imperiale Söldner aus aller Herren Länder verteidigte syrische Grenzstadt Kobane von türkischen Söldnerhorden unter der Flagge des IS erobert worden. Das amerikanische Oberkommando der „Operation Inherent Resolve“ und die Luftwaffeneinheiten von CENTCOM und EUCOM, die den IS nach dem Willen des POTUS bekämpfen sollten, weigerten sich, das zu tun. Im Gegenteil, sie lenkten die Söldner mit Angriffen auf Rückzugsgebiete des IS im irakisch-syrischen Grenzgebiet geradezu in den Raum Raqqa / Kobane, vertraut man ausführlichen Berichten aus den Reihen der YPG und PYD. Obama griff etwa Anfang Oktober zum letzten Mittel, seine Politik wenigstens strichweise gegen die Opponenten in der NATO, dem State Department und der Pentagon – Führung durchzusetzen: Mikromanagement der OIR, vermutlich mit Hilfe der direkten Befehlslinie über JSOC, dessen damaligem Chef, General Joseph Votel, Obama im August 2014 den Oberbefehl über USSOCOM gegeben hatte. Einen Monat später begann OIR Luftangriffe zur Entlastung Kobanes zu fliegen. Zwei Jahre später sollte Obama Votel ins Oberkommando CENTCOM befördern.
Nachdem die YPG-Milizen Kobane mit Hilfe der US-Luftwaffe im Januar 2015 zurück erobert hatten, sah es dort so aus:

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Auch diese wohluniformierten IS-Söldner der NATO, die von den Straßen Kobanes geschafft wurden – es mag nicht schade um sie sein – gehen auf’s Konto der Bestialität des NATO-türkischen Racket:

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Nun verlangt Erdogan offiziell  das kurdische Siedlungsgebiet Syriens zum Lehen von Trump – andernfalls er es sich nehmen werde.

‚Turkey has a plan to restore peace in Syria,‘ Erdoğan says in NYT article

„The United States withdrawal … must be planned carefully and performed in cooperation with the right partners to protect the interests of the United States, the international community and the Syrian people,“ Erdoğan said. „Turkey, which has NATO’s second largest standing army, is the only country with the power and commitment to perform that task.“ (…) „Under wartime conditions, many young Syrians had no choice but to join the P.Y.D./Y.P.G., the Syrian branch of the P.K.K., that Turkey and the United States consider a terrorist organization. (…) „Following the United States withdrawal from Syria, we will complete an intensive vetting process to (…) include all fighters with no links to terrorist organizations in the new stabilization force,“ he added. (…)
„Turkey is volunteering to shoulder this heavy burden at a critical time in history. We are counting on the international community to stand with us.“

Wie ernst ist das zu nehmen?

Sehr! Natürlich wissen Erdogan und seine NATO-Berater, an vorderster Stelle US-Joint Chief of Staff General Dunford, daß die türkische Armee in Syrien nicht so hausen können wird, wie in Sirnak, Amed, Nusaybin, Diyarbakır und – mittelbar – Kobane. Jedenfalls nicht in den nächsten Monaten. Vielleicht auch noch nicht im Herbst. Doch jedenfalls im Frühjahr 2020 wird es soweit sein – wenn in den USA der sogenannte „Wahlkampf“ beginnt und es gilt, häßliche Leichen – im Unterschied zu schönen Leichen, wie sie im russischen Syrienrumpf anfallen – zu Lasten Trumps aufzuhäufen, dann wird es soweit sein. Bis dahin – so wird der Plan ausschauen – will und soll die türkische Armee nach dem Willen der NATO 1 maßgeblich, doch überwiegend mittelbar über Nordsyrien herrschen. Die sozialrevolutionären Kurden sollen zugunsten der ehemals türkischen, jetzt NATO-Lakaien der ENKS und des (irakischen) Barzani-Clans 2 mürbe gemacht werden und im Weigerungsfalle fliehen – nach Rumpfsyrien, wo die Folterknechte der syrischen Restauration sich ihrer annehmen werden, oder gleich nach Frankreich und Deutschland, wo der völkische Mob sich um sie kümmern kann.

Die türkische Drohungen müßten nicht stechen. Die türkische Armee hat die Position und Stärke, allenfalls mit taktischen Nuklearwaffen an einer unilateralen Invasion gehindert werden zu können. Aber umgekehrt haben die YPG’s hinreichend bewiesen, daß sie ihr schmerzliche Verluste zufügen können, die Erdogan vermutlich mehr Kosten im Inneren auferlegen würden, als er auf sich zu nehmen bereit ist. Er blufft. Es ist just das Good Cop – Bad Cop – Spiel mit der NATO, das den Bluff voraussichtlich unwiderstehlich machen wird, falls Trump sich ihm ergibt. Und das wird er vermutlich, die Vorgeschichte dieser Affäre beweist, er ist zu isoliert für Machtworte gegenüber den internen Feinden, er kann nur gegen sie intrigieren.

Das geopolitische Ziel der NATO dürfte es sein, mit türkischen Truppen über Tel Abyad bis Raqqa einen Keil zwischen die Kantone Rojavas zu treiben, was Kobane unweigerlich Damaskus, Qamishli / Hasaka an Erbil auslieferte.


  1. Mit einem „Nachweis“ der Kollusion von NATO und Türkei, namentlich Erdogan, Dunford und Pompeo, halte ich mich nicht auf. Anlaß des Eintrages ist diese Scharade, etwas ausführlicher in Englisch. Zu ihrer Dynamik habe ich das Allernötigste gesagt. 
  2. Der Barzani-Clan ist vom Pentagon und einer deutsch, niederländisch, kanadisch, australischen NATO-Koalition in den vergangenen drei Jahren mit Milliardensummen aufgepäppelt worden, was ihn nicht etwa aus türkischer Patronage befreit, im Gegenteil. „Sustainable“ bleiben die unter dem Geld- und Waffensegen gewachsenen Herrschaftsansprüche der kurdischen Nationalisten nur mit Rücksicht auf ihre geopolitische Lage als türkisches Grenzland zum persischen Golf. Und nach dem Fall Afrins kommt alles, buchstäblich alles, was das kurdische Siedlungsgebiet in Syrien aus dem Ausland erhält, über die Grenzen irakisch Kurdistans. 
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